Geschwindigkeitsbegrenzung auf Autobahnen geplant

Die Maßnahme zielt darauf ab, angesichts der Energiekrise in Spanien den Kraftstoffverbrauch zu senken. Angesichts des Krieges in der Ukraine besteht die reale Gefahr, dass Wladimir Putin die Energielieferungen nach Europa weiter einschränkt oder dass die EU ihre Sanktionen durch ein vollständiges Verbot von Gas aus Russland noch verschärft. In Erwartung dieses möglichen Szenarios hat die Ministerin für den ökologischen Übergang, Teresa Ribera, eine Reihe von Empfehlungen ausgearbeitet, die die Verbraucher in diesem Winter umsetzen könnten, um die Kosten zu senken, den Energieverbrauch zu reduzieren und damit unsere Abhängigkeit von russischen Produkten zu verringern.

Eine der Maßnahmen, die in Erwägung gezogen werden, ist die Senkung der Höchstgeschwindigkeit auf den spanischen Autobahnen von 120 km/h auf 110 km/h, was nach Angaben der Regierung den Verbrauch von Benzin und Diesel drastisch senken würde.

Minister Ribera ist jedoch nicht der erste, der eine Geschwindigkeitsreduzierung vorschlägt. Als dies 2011 in Spanien auf dem Höhepunkt der Libyen-Krise erprobt wurde, war es ein ziemliches Desaster. Zwischen dem 7. März und dem 30. Juni desselben Jahres wurde die Geschwindigkeit auf Autobahnen auf 110 Kilometer reduziert. In diesem Zeitraum ließ die damalige Regierung für 250.000 Euro mehr als 6.100 Verkehrsschilder mit Aufklebern für die neuen Höchstgeschwindigkeiten ändern.

Der Plan war ehrgeizig: Die Regierung schätzte, dass der Benzinverbrauch um 15 % und der Dieselverbrauch um 11 % gesenkt werden könnte, was zu Einsparungen von 1,4 Milliarden Euro pro Jahr führen würde, wenn die Geschwindigkeitsbegrenzung auf den 8 800 Kilometern spanischer Autobahnen aufgehoben würde. Die Maßnahme stieß sofort auf Kritik, da viele der Meinung waren, dass allein die Kosten für die Änderung aller Geschwindigkeitsschilder im Land die Einsparungen zunichte machen würden.

Tatsächlich musste die Regierung nur drei Monate nach Verabschiedung der Maßnahme weitere 230.000 Euro ausgeben, um die geänderten Schilder wieder auf 120 km/h zu ändern.

Heute ist jedoch noch nichts in Stein gemeißelt. Frau Ribera betont, dass die Regierung zunächst eine Reihe von Vorschlägen unterbreiten will, die den Bürgern helfen sollen, ihren Energieverbrauch zu senken.

„Wir arbeiten nicht an einer strengen Gesetzgebung“, versicherte sie.

Bild-Quelle: cdm archiv

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